Rohkost essen ja oder nein?

 

Liebe Katy,

 

es geht nicht darum, dass Du 100 Prozent Rohkost essen sollst oder überhaupt essen sollst in der Hoffnung, dass es Dir dann besser geht und Deine Magen-Darm-Probleme damit aufhören, und auch brauchst Du nun nicht denken, Du sollst aufhören Milch zu trinken oder Käse zu essen, weil Du ja auch die Tiere nicht ausbeuten willst. Selbst wenn es 99 Prozent der Menschheit tun, brauchst Du es nicht tun, wenn Du es für Dich als nicht richtig und wohltuend empfindest. Der Umstand, dass man sich in der Minderheit befindet, heißt nicht, dass die Mehrheit recht hat.

Du sollst überhaupt nichts tun, was Du nicht willst und Du nicht aus Deinem eigenen Inneren, als Bedürfnis und dem Gefühl der Freude darüber aufsteigen spürst, denn dann ist es nur Quälerei und Du steigst von einem Konzept in ein anderes um.
Es heißt auch nicht, dass Du Dich nicht quälen sollst, weil Du fühlst, etwas Bestimmtes zu tun und es auch mit Anstrengung verbunden ist, doch entscheide es aus Dir heraus. Die Qual kommt in dem Fall dann sowieso aus dem Ego, das rebelliert, doch bald klitzeklein wird und abfällt, je treuer Du Deiner eigenen inneren Stimme bist.

Wenn Du nach dieser erhaltenen Inspiration, es in Dir aufsteigen spürst, es zu tun und das ganz zweifellos und selbstverständlich, ist es kein Konzept mehr. Dann steigst Du aus einem eingeprägten und übernommenen Konzept aus und lebst etwas, womit Du Dich innerlich verbunden fühlst.
Wenn Du also Dich rohköstlich und vegan ernähren möchtest, nachdem Du Dich nun seit Wochen freudig und interessiert mit dem Thema Ernährung und auch Veganismus und Rohkost beschäftigt hast, dann tu es, wenn es sich für Dich gut anfühlt und Du auch Lust darauf hast. Ansonsten wird die Gewalt in der Welt auch nicht weniger. Im Gegenteil, in dem Moment, wo Du Dir Gewalt antust durch Unterdrückung und Entsagung und Verbiegung und Selbstverleumdung, dann wächst die Gewalt in der Welt und niemand wird darin gesünder und nichts wird dadurch harmonischer.
Du musst einfach nur heraus finden, was Dir gut tut, (das ist oft das wirklich Schwierige) was Du möchtest, damit die Dinge, die Du tust und Dir nicht gut tun, wegfallen können. Die Ernährung des stofflichen Körpers alleine reicht nie aus und es bleibt auch nicht nur dabei. Je mehr Dinge und Handlungen in Deinem Leben wegfallen, von Dir abfallen, weil Du spürst, dass sie Dir eben nicht gut tun und Du sie sein lässt und Dich dem widmest, was Dir gut tut und das mit Freude tust, dann wirst Du die immer für Dich besseren Dinge tun. Deine Gedanken –und Gefühlswelt verändert sich. Damit fällt auch so manches an Essen weg, was Du jetzt vielleicht zu Dir nimmst aus Kompensation, Dich zu trösten, aus Gewohnheit, Anpassung und Sucht, einfach nur, weil es schon immer so ist, bequem ist und etwas ist, worüber Du nie Dich veranlasst gefühlt hast, nachzudenken, weil es ja auch alle so tun und was fast alle tun, müsste eben richtig und normal sein und Du möchtest ja normal sein. Es war eben schon immer so! Doch das Übliche ist eben nicht unbedingt das Normale!
Alles, was Du tust und Du hast das innere eigene Gefühl dabei und nicht nur den Gedanken im Kopf, für Dich stimmt das jetzt so, ist richtig! Wenn Du morgen anders denkst, war es gestern trotzdem richtig, denn es hat Dich dahin geführt, wo Du jetzt bist und es gehört zu Deimem Erfahrungsschatz und Deinem Wissen. Das Leben ist nun mal kein fertiges und auch kein vorgefertigtes Ding. Du musst Dich selbst aus dem Potenzial, das Du hast, selbst gestalten.
Doch, Du hast ja große Lust, was zu verändern und deshalb warst Du ja auch bei diesem Vortrag gelandet, der in Dir eine Tür aufgestoßen hat und nun stehst Du in diesem neuen Raum und versuchst, Dich zu orientieren und auch, was da in Dir ist, kennenzulernen, Dich besser kennenzulernen. Du möchtest Dir näher kommen und bist voller Lust, zu forschen und zu probieren.
Es ist natürlich eine Herausforderung, was Du ja nun schon gemerkt hast und das weniger, weil Dich die Lust auf anderes plagt, sondern Dein Umfeld.
Als Du am dritten Tag Rohkost gegessen hast und auf Arbeit von einer Kollegin die Dir gereichten Plätzchen zu essen abgelehnt hast, hat sie gleich eine Bemerkung gemacht, die Dich verletzt hat, indem Sie sagte: „Bist Du jetzt auch eine von dem Fanatischen? Das ist doch alles Quatsch!“
Du wusstest nichts darauf zu antworten, so erschrocken wärst Du gewesen. Du spürtest auch Ihre Aggressivität, die in Ihren Worten mitschwang.
Weißt Du, es gibt verschiedene Möglichkeiten mit sowas umzugehen. Doch mit Sicherheit ist es die Falsche, sich von dummen Gerede abschrecken zu lassen und solche Sätze sind dummes Gerede für die Du jedoch Verständnis haben kannst. Du hast sie irritiert mit Deinem Verhalten, denn vielleicht spürt sie unbewusst, dass Du etwas richtig machst und im Grunde hat nur Ihre Hilflosigkeit geantwortet. Es kann sein, dass sie in ein paar Monaten anfängt, Fragen zu stellen und sie offen für andere Meinungen ist und sich von Dir inspirieren lässt, auch über ihre eigenen Gewohnheiten nachzudenken und vielleicht das eine oder andere in Frage zu stellen.
Es geht nie darum, etwas von anderen zu übernehmen, sondern einfach offen zu sein für das Andere und dabei kann man dann spüren, was für einen selbst auch gut ist oder sein könnte.
Es ist im Moment jedoch noch Deine eigene Unsicherheit und Verlustangst, die Dich so erschrocken macht. Du willst ja Deine Freunde nicht verlieren und auch möchtest Du weiterhin als normal angesehen werden und gleichermaßen akzeptiert sein wie zu dem Zeitpunkt, als Du eben genauso gegessen hast, wie andere auch.
Sei nachsichtig mit Dir und mit anderen. Du hast einen neuen Raum in Dir betreten und musst Dich ja selbst erst darin zurechtfinden und ihn für Dich gestalten. Wie sollen es dann andere verstehen und annehmen können?
Du willst was für Dich Neues probieren, weil Dich der Vortrag über Rohkosternährung und die Heilmöglichkeiten und die Beispiele so berührt haben und vor allem hat der Vortragende, ein alter Herr vor Gesundheit und Energie in absoluter Ruhe, Zufriedenheit und Gelassenheit gesprüht. Es ging von ihm nichts Belehrendes, Zwanghaftes und Dogmatisches aus und auch wirkte er nicht wie ein selbstverliebter Darsteller, wie man das des Öfteren bei Vorträgen erlebt. Er sprach  aus sich selbst heraus und direkt in die Herzen des Publikums. Das hat Dich fasziniert und eben im Herzen berührt. Er musste also in seinem Leben einfach irgendwas sehr, sehr richtig gemacht haben.
In Dir sind Fragen und Zweifel über Dein bisheriges Leben entstanden, die zuvor nie da waren und andererseits ist plötzlich soviel Klarheit und Einsicht da gewesen, dass Du über Dich selbst berührt warst und Dich dankbar gefühlt hast.
Versuche nicht andere Leute zu bekehren und zu missionieren. Das tut niemanden gut. Finde heraus, was Dir gut tut und lebe es. Deine Herz hat Dich dahin geführt, weil für Dich es vielleicht einfach dran ist, zu verändern ohne dass Dich jemand dahin gedrängt hat oder missioniert hat. Also tu Du es auch nicht. Jeder bekommt immer alles zur rechten Zeit vor die Nase gesetzt und jede Seele hat ihren eigenen Samen in sich und den gilt es zur Entfaltung zu bringen. Dafür gibt es Wege und Möglichkeiten so viele wie es Samen gibt.
Natürlich stehst Du mit Deinen erlebten Erahrungen  und Deinem Wissen dann auch gerne  anderen zur Seite und es wird Dir Freude sein, für die, die mehr wissen wollen da zu sein. Du wirst immer das Richtige tun, wenn Du Deinem Herzen folgst und der inneren Stimme stets lauschst.

Versuche nicht ein Karnickel von der Möhre abzubringen oder den Vogel von seinen Körnern oder den Tiger von seinem Hasen und den Esel von seinem Heu. Natürlich braucht man das auch nicht, denn die machen es richtig, ohne dafür Wissen und Erfahrungen haben zu müssen, solange der Mensch nicht in ihre Ernährung eingreift, wie das oft bei Haustieren erfolgt, die dann von denselben Krankheiten geplagt werden wie die Menschen.
Doch wir dürfen nicht denken, dass wir uns wie alle Tiere zusammen ernähren können als Krone der Schöpfung, ohne unangenehme Folgen.

Erst muss man erkennen, dass man kein Karnickel und auch kein Vogel und auch kein Tiger und auch kein Esel ist und vor allen Dingen muss man erkennen, dass wir Menschen auch kein Lebewesen sind mit bestimmten Bedürfnissen, die man nicht so einfach verallgemeinern kann.
Wir haben nicht nur körperliche Bedürfnisse, die erfüllt sein müssen und die nach Nachwuchs zeugen, damit die Art erhalten bleibt. Im Tierreich ist das alles klar. Die Katze hat keine Probleme mit ihrer Ernährung. Sie will Mäuse fangen und fressen. Das ganze Leben lang ist beim Tier im Grunde alles gleich. Es gibt doch im Grunde keine geistig seelische Entwicklung und Reifung wie bei den Menschen und keine individuellen Entfaltungsmöglichkeiten und damit haben sie auch nicht die Qual der Wahl.
Wir kommen selbst aus dieser Qual nur heraus, indem wir den Kontakt zu unserem eigenen Herzen finden, zu unserem eigenen Wesen und die Verbindung damit immer spüren und daraus leben und dieses uns eigene Wesen damit immer weiter zur Entfaltung bringen.
Es ist, als hätte der liebe Gott uns aus seinem Reich verstoßen. Ja, wir wurden aus dem Paradies verstoßen, wo alles ganz klar geregelt war.
Doch als Mensch? Wir sind in die Ahnungslosigkeit gestoßen worden, doch mit der Fähigkeit ausgestattet, uns bewusstseinsmäßig zum Allerhöchsten hin zu entwickeln. Wir haben dieses Potenzial in uns.
Wir haben individuelle Gestaltungsfähigkeiten und Möglichkeiten, dahin zu kommen. Dieses in uns angelegte Potenzial, das in unserem Wesenskern verankert ist, dieser Same treibt danach, sich zu entfalten.
Ich will Dich nicht weiter dazu anregen, Dich noch mehr zu verbiegen, indem Du vegane Rohkost isst, sondern, sie soll Dir helfen, die physischen Bedürfnisse besser zu befriedigen, damit Dein Organismus reibungsloser mit weniger Störungen arbeiten kann. Doch funktionieren wird es nur, wenn es gleichzeitig der Wunsch Deiner Seele ist. Alles ist miteinander verbunden und Körper, Geist und Seele sollten immer im Einklang sein. Es macht keinen Sinn, das eine oder andere zu bevorzugen und damit die Gespaltenheit von Körper, Geist und Seele zu vergrößern.
Ich wünsche Dir viel Freude auf Deinem Weg. Frage nicht danach, wohin er Dich führt. Ein Weg, den man gerne geht, ist genug!
Wenn Du mal in meiner Nähe bist, fühle Dich eingeladen. Doch ruf mich bitte vorher an, damit ich Dir auch, wenn Du magst, was rohköstlich Gutes, Zubereitetes anbieten kann.

 

Herzliche Grüße
Malina

 

 

 

„Der Zimmermann bearbeitet das Holz.
Der Schütze krümmt den Bogen.
Der Weise formt sich selbst.“

 

Buddha

„Jeder, dem du erlaubst, dich zu führen, wird dir in irgendeiner Weise schaden, weil er etwas für dich tun will.“ S.157

 Osho
„Vom Leben und vom Sterben“ -Allegria Verlag



„Der Mensch, ob gebildet oder ungebildet, reich oder arm, ist der einzige Besitzer seines Körpers und der einzige Betriebsleiter, der für diese wunderbare Fabrik verantwortlich ist.“

Arshavir ter Hovannessian (ATERHOV)
aus „Unsere natürliche Nahrung – Rohkost)
  Forschungsinstitut für Getreideverarbeitung
der Humboldt-Universität Berlin

„Alle Gesellschaften sind gegen Gefühle, denn ein Gefühl ist etwas sehr Lebendiges. Es ist gefährlich. Ein Gedanke ist tot, er ist keine Gefahr. Deshalb zwingt dich die Gesellschaft immer, in den Kopf zu gehen, treibt dich aus dem Körper, ganz hinaus in den Kopf.“ S.157

Osho
„Vom Leben und vom Sterben“ -Allegria Verlag

„So erkrankten die Affen McCarrisons bei hitzeverändertem Futter an chronischer Kolitis, 30 % aber an Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren; die Meerschweinchen Steiners bei im Autoklaven gekochtem Futter an schwarzer Zahnfäule, Zahn- und Kiefererweichung, an Kropf, an Skorbut, an Anämie, an deformierender Arthritis und an Lungenkrebs.“ S.142

 Dr. Max Bircher Benner
„Vom Werden des neues Arztes“
Wilhelm Heyne Verlag in Dresden 1938

„Zuviel Nahrung erzeugt eine Vergiftung, die zuerst das Nervensystem anregt und es dann niederdrückt. Diese Depression ist verbunden mit einer Reizung der Nerven-Enden in den Magenschleimhäuten durch die Zersetzungsprodukte, die bei einer Überlastung der Verdauungsorgane mit überschüssiger oder ungeeigneter Nahrung entstehen.“ S.172

Dr. med. Robert G. Jackson
“Nie mehr krank sein”

„Stellet euch in die Mitte des Stroms von Kraft und Weisheit, der alle, die er aus seiner Flut trägt, belebt, und ihr werdet ohne Mühen der Wahrheit, dem Rechten und einer vollkommenen Zufriedenheit zugetrieben.“ 

Ralph Waldo Emerson

„Vertraue dir selbst“
F. Schwab Verlag

„Es sind also nicht die Viren und Bakterien, die uns krank machen, sondern das Unvermögen unseres belasteten Immunsystems, damit fertig zu werden. Das gilt letztendlich auch für die Krebszellen, die täglich in unserem Körper entstehen und die nur in einem sauren Milieu gedeihen können.“ S.26

Kurt Tepperwein
aus „Jungbrunnen Entsäuerung“
Goldmann ARKANA- Verlag

 

 

 

 

 

 

 




zurück